Open Water Diver

Open Water Diver Tauchkurs Koh Tao

Ein Tauchkurs auf Koh Tao war von Anfang an fest in meiner Asienreise eingeplant. Ein guter Freund hatte mir schon vor Jahren erzählt, wie großartig das Tauchen sei. Er ist mittlerweile sogar ein SSI Instructor und bildet Schüler aus. So viel sei vorab bereits gesagt, ich kann seine Begeisterung heute verstehen und habe selber gleich den Advanced Open Water Kurs drangehängt und meinen Aufenthalt auf Koh Tao verlängert.

Vorbereitung und Tauchschule

Aber gehen wir nun also einmal ins Detail. Wie läuft ein Tauchkurs überhaupt ab? Was lernt man während des Open Water Diver? Bevor man den Kurs startet gilt es erst einmal eine gute Tauchschule zu finden. Ich bin bei Tripadvisor auf Roctopus gestoßen. Glücklicherweise hatten die Betreiber gerade einen Freund und sehr renommierten Tauchlehrer zu Gast, der zu den 30 Menschen zählt, die bis zu 150m tief getaucht sind und eher auf hohem Level ausbildet. Insofern haben wir ihn auf eine Low-Level Probe gestellt. Wir Schüler waren jedenfalls sehr zufrieden mit Chris. ;)

Versicherung

Vor dem Beginn eines Tauchkurs im Ausland sollte in jedem Falle eine Auslandskrankenversicherung und ggf. eine Unfallversicherung abgeschlossen, die Behandlungen und nicht zuletzt auch Rücktransporte vollumfänglich bezahlt.

PADI vs. SSI

Ich habe mich aufgrund der Tauchschule für den SSI Open Water statt PADI Open Water entschieden. Beide gehören zu den größten Agenturen und ich würde empfehlen, eher nach der Schule und dem Tauchlehrer zu gehen statt sich auf einen Zertifizierer festzulegen. Die Ausbildung im Rahmen des SSI Open Water besteht aus einem theoretischen (16 bis 32 Stunden) und einem praktischen Teil (Pool und mindestens 4 Freiwassertauchgänge).

Tag 1

Am späten Nachmittag begann der Tauchkurs mit der Sichtung einiger Formulare. Hierzu gehören sowohl persönliche Angaben als auch ein kurzer Fragebogen zum Gesundheitszustand. Wurde eine Frage mit “Ja” markiert -bspw. die regelmäßige Einnahme eines Medikament – so wurde ein kurzer Check bei einem ansässigen Arzt eingefordert. Dieser dauerte letztlich ca. 5 Minuten und kostete 100 Baht, wobei lediglich die Ohren, der Puls und Herzschlag kontrolliert wurde. Anschließend begann der Theorieteil mit mehreren Lernvideos. Abends mussten wir dann noch 4 Kapitel im Lehrbuch durcharbeiten.

Tag 2: Theorie und Swimming-Pool

Am Morgen wurden weitere Videos vorgestellt, die sich mit den Risiken, Prozessen im Körper, Dekompression und vielen weiteren Themen beschäftigten. Nach dem zweiten Theorieteil ging es nun endlich in die Praxis. Hierzu gehörte zunächst einmal die Ausrüstung und Klärung der Größen von:

Mit dem gesammelten Equipment fuhren wir zu einem nahe gelegenen Swimming-Pool. Hier mussten wir zunächst 15 Minuten durchgehend schwimmen. Anschließend machten wir uns mit dem gesamten Equipment startklar und unsere ersten Erfahrungen mit dem Atmen unter Wasser, Druckausgleich, der Kontrolle des Auftriebs via BC und der Bewegung mit dem gesamten Equipment im Wasser. Die Atmung durch den Regulator ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, da man ein andere Atmungsgefühl hat. Ich fand es zunächst unangenehm und habe sehr viel Luft verbraucht. In Meer war ich dann viel entspannter und hatte keine Probleme mehr mit der Atmung.

Swimming Pool klingt jetzt erst einmal langweilig. Ich würde allerdings sagen, dass der Start im Pool durchaus Sinn macht. Man muss so viele Dinge lernen und beachten, dass ich dies nur in seichtem offenen Wasser empfehlen würde. Zu den wichtigsten Übungen zählen:

  • Regulator unter Wasser finden
  • Regulator unter Wasser an- und ausziehen
  • Maske unter Wasser von Wasser befreien
  • Maske unter Wasser aus- und wieder anziehen
  • Auf- und abtauchen
  • Druckausgleich beim Abtauchen
  • Neutralen Auf- bzw. Abtrieb erreichen

Tag 3: Die ersten Eindrücke im Ozean

Am Abend des zweiten Tages war noch einmal 2-3 Stunden Lernen angesagt, da am dritten Tag die Theorieprüfung stattfand. Diese besteht aus ca. 50 Multiple Choice Fragen, die nach den Videos und einer intensiven Lektüre des Lehrbuchs gut zu schaffen ist. Das Buch sollte man in jedem Falle einmal genau durchlesen, da es viele wichtige Hintergrundinformationen und Prozesse beim Tauchen gibt, die man beim Tauchen beherrschen muss.

Am Nachmittag ging es nun also endlich mit dem Boot hinaus auf See. Während der ersten beiden Tauchgänge wurde die Übungen des Vortag in ca. 9 Metern Tiefe fortgesetzt. D.h. Rettungsübungen, Brille abnehmen, Bewegung etc. Nicht zuletzt war aber auch Zeit, um sich etwas zu akklimatisieren und die ersten Korallen und Fische zu bestaunen.

Tag 4: Sail Rock

Am vierten und letzten Tag folgten Tauchgang Nr. 4 und Nr. 5, womit das Pflichtprogramm im Rahmen des Open Water Diver erfüllt ist. Wir haben uns entschieden, mit Roctopus zu einem der schönen Tauchspots in Thailand zu fahren und dort unseren Kurs zu beenden. Der Ausflug zu Sail Rock war sehr spannend und eindrucksvoll und wir tauchten bis zu einem Maximum von 18 Metern Tiefe. Neben vielen weiteren Fischen und wunderschönen Korallen und Muscheln haben wir auch Bekanntschaft mit einem Bullenhai gemacht, der nach kurzer Begutachtung von uns aber dann schnell wieder weggeschwommen ist. Mit diesen Bildern fuhren wir dann wieder zurück nach Koh Tao und wurden stolze Besitzer unseres Open Water Diver Ausweis.

Fazit

Tauchen ist ein wundervoller Sport, der sehr viel Disziplin, Wissen und Verantwortungsbewusstsein erfordert. Man sollte niemals vergessen, dass man sich – insbesondere in größeren Tiefen – in einem Umfeld befindet, das nicht auf den menschlichen Körper ausgerichtet ist. Umso wichtiger sind eine gute Ausbildung, gutes Equipment, ein zuverlässiger Partner und eine gute psychische sowie physische Verfassung. Wenn man hinter diese Themen einen Haken machen kann, so eröffnet sich einem eine völlig neue Welt mit wunderbaren Eindrücken der Ökosysteme und Tierwelt im Wasser. Ich habe in jedem Falle auch nach Open Water und Advanced Open Water Diver Kurs große Lust, einige Spezialdisziplinen zu lernen und weitere Tauchspots kennenzulernen.

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